Die Arbeitswelt bewegt sich in Richtung Online Applikationen. Das was früher mal im Intranet betrieben wurde, ist durch Mobilität und Home Office gezwungen in die Aussenwelt zu wandern. Deutsche Unternehmen wollen sicherstellen, dass ihre SaaS Applikationen auf deutscher Hardware fern vom Zugriff aus Drittländern betrieben wird. Die nationale Cloud ist die Antwort auf die Bedürfnisse nach einer Cloud Lösung im eigenen Land.

 

Warum braucht man eine nationale Cloud?

Wenn Unternehmen personenbezogene Daten verarbeiten, werden sie durch Kapitel 5 der DSGVO aufgefordert die Informationen nicht ausserhalb der EU zu lagern und zu verarbeiten. Die SaaS Applikationen können spezielle Funktionen und Datenverarbeitungsprozesse beinhalten, die eine entsprechende Infrastruktur erfordern. Das reduziert die Auswahl der möglichen Cloud Betreiber, da diese strengen Ausschlusskriterien vielfach Tochterunternehmern nicht-europäische Konzerne ausschliesst.

 

Wo nutzt die öffentliche Verwaltung eine nationale Cloud?

Gerade Behörden und öffentliche Verwaltung haben das höhere Bestreben die nationale Souveränität zu wahren. Hier werden oft Daten verarbeitet, die in die tiefsten Ebenen der Privatssphäre eines Bürgers gehen. Ob das eine Verkehrsbehörde, eine Schulbehörde oder ein städtisches Krankenhaus darstellt, die Daten sind sehr sensibel.

Schon der Nachweis führt zu Problemen, dass bei Unterauftragsverarbeitern außerhalb der EU/EWR die
Vorgaben des Kapitels 5 DSGVO (Übermittlung personenbezogener Daten an Drittländer) eingehalten werden müssen. Werden die erweiterten Prüfpflichten aus dem EuGH-Urteil C-3111/18 (Schrems II) vom 16.07.2020 tatsächlich befolgt?  Diese datenschutzrechtlichen Herausforderungen führen zu Problemen, wenn Lösungsanbieter bei deutschen Ausschreibungen teilnehmen. Das reduziert die Auswahl der möglichen Cloud Betreiber, da diese strengen Ausschlusskriterien vielfach Tochterunternehmern amerikanischer und chinesischer Konzerne ausschliesst.

In vielen Kommunen und mittelständischen Unternehmen tummeln sich allerlei Elektronikschrott, der keine Wertschöpfung für die Organisation liefert. Die Cloud hilft Kapazitäts-, Verkabelungs- und Bandbreitenprobleme wirtschaftlich zu lösen. Ohne Sicherheitskonzepte, Notfallmanagement und flexible Kostenstruktur wird die Cloud Unternehmen keinen nachhaltigen Vorteil bieten.

Elastische Preise ermöglichen eine flexible Kostenstruktur?

Früher wusste man, was ein hauseigenes Rechenzentrum kostet. Der Stromverbrauch für Server und Klimaanlage war bekannt. Die Personalkosten waren seit Jahrzehnten transparent dokumentiert. Sobald man sich in die Cloud begibt, entsteht die Unsicherheit wie hoch die kurzfristigen und langfristigen Betriebskosten sein werden. Die Sorge über eine unerwartete Kostenexplosion verursacht manchem IT Leiter grosses Kopfzerbrechen.

Elastische Preise passen sich an den tatsächlichen Verbrauch an. Dieses Preismodel ist vielen Geschäftsführern und IT Leitern aus der Stromabrechnung bekannt. Manche große Cloudanbieter sind gar nicht so flexibel. Ein großer Kostenblock hält dann das IT Budget fest in Griff obwohl die tatsächliche Datentransfer- und Systemauslastung extrem geringer ausfällt. Daher sind Betriebskonzepte, wie eine nationale Cloud auf Basis einer elastischen Preisstruktur eine besondere Umgebung.

Was für Applikationen kann man in der Cloud betreiben?

In der Cloud kann man heute Applikationen nutzen, die für verschiedene Plattformen (z.B. Linux, Windows, IoT) entwickelt wurden. Diese Apps benötigen aufgrund der immer höher steigenden Datenvolumens auch performante Datenbanken (z.B. MySQL, Oracle SQL, MS SQL, SQLite). Da aber solche Applikationen nicht für sich alleine bestehen können, müssen Schnittstellen und Datenflüsse gewährleistet sein.

Folgende Applikationen sind typische Bespiele:

  • Virtuelle Telefonanlagen (z.B. 3CX VOIP Telefonanlagen)
  • Verwaltungsapplikationen der öffentlichen Hand
  • Datenverarbeitungsysteme (z.B. Bilderkennung bei Blitzerdaten mittels KI)
  • Verarbeitung von Mobilfunkmessdaten
  • Business Applikationen für KMU und Konzerne
  • Kommunale Organisationssoftware
  • Virtuelle ERP Systeme
  • Proprietäre Marketing und Presse Software

Wie funktioniert eine Cloud Lösung?

Damit eine Software überhaupt in der Cloud funktioniert, muss die Umgebung für den Cloud Betrieb optimiert sein. Dabei spricht man von IaaS (Infrastructure as a Service).

Eine Kabine macht noch kein Rechenzentrum aus. Daher ist der Aufbau einer Cloud eine Aufgabe für Rechenzentrumsexperten aus den ausgewählten Industriezweigen.

Problematisch ist jedoch die Tatsache, dass es nicht ausreicht ein paar Server mit einer Software auszustatten und kräftig die Werbetrommel zu nutzen. Es ist erforderlich die Dokumentation nach dem gesetzlich erforderlichen Standards zu erarbeiten und kontinuierlich zu pflegen. Dazu gehört ISO 9001, ISO 27001, ISO 27017 und ISO 27018.

Man kann diese Zertifikate im Ausland deutlich günstiger erwerben als in Deutschland. Was bringt es aber ein Zertifikat zu erwerben, wenn die Mitarbeiter sich nicht an die Regeln halten und die Cloud Management Systeme nicht auf diese Standards ausgelegt sind?

Das Cloud Problem fängt mit dem Kunden an

Nicht jede Cloudlösung passt zu jedem potentiellen Kunden. Unsere Systeme sind speziell auf die Bedürfnisse unserer Zielgruppe ausgelegt.